* Startseite     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt




Webnews

Webnews







Zerrissen

Was ist los mit mir? Woher plötzlich all diese widerstreitenden Gefühle? Es ist so viel, so wenig passiert letzte Woche. Und plötzlich beginnt mein Luftschloss, das ich mir all die Jahre hinweg erbaut habe, zu bröckeln. Ich friere. Zittere am ganzen Körper... Der Grund, der mich jeden Tag doch noch weitermachen ließ... war er echt?
Wie kann ich dann aber so stark empfinden? War alles nur Einbildung? "Ich bin enttäuscht..." - diese Worte begleiten mich, als ich in eine unruhige Ruhe verfalle. Ja, auch ich bin enttäuscht. Hab ich mir all die Zeit etwas vorgelogen? Mir Gefühle eingebildet? Dummes Kind. Oder sind meine Gefühle echt, aber ich vertraue ihnen nicht? Diese Variante ist noch schlimmer, oder? Wenn ich nicht mal mehr den eigenen Gefühlen traue... zerrissen... ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll. Ich weiß eigentlich gar nichts mehr. Ach, wieso kommt nicht jemand und zieht mich endlich aus diesem Schlammloch, das sich Leben nennt? Das einzige, was ich für wahr hielt. Verliere ich gerade auch noch das? Ich will nicht. Verdammter Zweifel, begleitest du mich doch schon so lange, doch wieso quälst du mich jetzt auch noch in der einzigen Sache, in der keine Zweifel erlaubt sind? Mein Ziel verschwimmt, und ich weiß nicht mehr weiter... Und dabei immer der Wunsch, niemanden zu verletzen. Aber bin ich nicht nur dafür geschaffen? Andere zu enttäuschen, zu verletzen? Und mich selbst? Ich kann wohl nicht anders. Was bleibt mir, wenn ich nicht mal mehr meinen eigenen Gefühlen vertrauen kann? Emotionen zu Grabe getragen? Es fehlt nur noch ein letzter Dolchstoß...

"Here´s a lullaby to close your eyes
it was always you that I despised
I don´t feel enough for you to cry.
Here´s a lullaby to close your eyes...
... goodbye..."

Was soll ich tun... ich kann nicht mehr... Hilfe...
25.6.07 07:44


Ablenkung?

Die Hausarbeit ist in vollem Gange. Bietet mir einiges an Ablenkung. Auch wenn der Sachverhalt mich eine Sache nie ganz vergessen lässt. Eines bleibt mir immer irgendwie im Hinterkopf...

Ich tue, was ich kann, um auf andere Gedanken zu kommen. Gestern wollte ich eigentlich den ganzen Vormittag in der Bibliothek sitzen. Doch dachte ich mir schon früh, dass ich das sowieso nicht durchziehen werde, also hab ich meinen Notenblock samt Bleistift einfach mal mitgenommen. Und wirklich. Mittags hab ich mir einfach mal anderthalbt Stunden freigenommen, bin runter an den Main gegangen. An unsere Bank... hab mich hingesetzt, und als ich die Ruhe in mich einkehren spürte, fühlte ich auch, wie die Inspiration mich erfasste. Also hab ich meinen Notenblock genommen, und begonnen, zu schreiben. Ist nicht mal so schlecht, wie ich zu Hause dann festgestellt habe. Während ich so in mich vertieft war, sind wieder mal dunkle Regenwolken aufgezogen. Als ich es bemerkt habe, waren sie schon über der Festung, und dann und wann haben Blitze gezuckt. Ein überwältigender Anblick. Und dann hat es geschüttet. Und ich war noch mehr durchgeweicht, als ich es neulich schon war.
Ich ging zurück und saß noch zwei Stunden mit klatschnassen Klamotten in der Vorlesung. Bibbernd und frierend. Aber das war mir egal. Bin ich verrückt? Wahrscheinlich. Warum hab ich das getan? Warum hab ich mich nicht vorher schon irgendwo untergestellt? Ich weiß es selbst nicht...

Ich bin schon gespannt auf heute Abend. Heute werde ich in die hohe Kunst des Nudelmachens eingeweiht. Werde ich Spaß haben? Schon möglich. Gibt bestimmt eine riesen Sauerei, aber auch eine riesen Gaudi. Und doch hab ich dabei irgendwie ein schlechtes Gewissen... kann ich einfach so Spaß haben? Mich einfach so ablenken? Eigentlich will ich das nicht. Das kommt mir einfach nicht richtig vor. Am liebsten würde ich an dem Lied weiterschreiben. Das wäre eigentlich das einzig richtige, oder...?

23.6.07 16:25


Ich denke, also....

.... also was? Ein schlauer Kopf (war es Descartes? Ich hab´s vergessen) hat mal gemeint, allein das Denken macht das Sein aus. Ich denke, also bin ich. Aber ist das wirklich schon alles? Was ist mit den Gefühlen? Gehören die nicht genauso zum Sein wie das Denken? Oder sind Gefühle nur pervertierte Gedanken? Denken in einer anderen Form? Ich glaube eher, das Denken hindert Gefühle, als dass es sie erzeugt. Wie sonst könnte ein einziger Mensch wider jede menschliche Logik eine derartige Macht über mich besitzen? Cogito, ergo sum. Diese Aussage erfasst nur einen Teil dessen, was den Menschen ausmacht.

Wie sollte das Prinzip dann lauten? Ich fühle, also bin ich? Das wäre das gleiche in grün, nichts halbes und nichts ganzes... denn wie eben stehen Gefühle und Gedanken in einem Spannungsverhältnis. Manche Menschen haben die Fähigkeit, beides in Einklang zu bringen. Oder alternativ eine der beiden Komponenten zu unterdrücken. Aber ich habe nicht die Kraft. Beide Seiten stehen in mir im Widerstreit. Und das Denken blockiert die Gefühle. Hindert mich daran, die Gefühle auch zu leben, zu erfahren. Was wäre der passende Leitspruch für mich...?

Cogito, ergo doleo...

21.6.07 16:46


Am Abgrund

Das macht mich noch ganz fertig. Verdammt, warum meldet er sich nicht? Weil er denkt, dass ich ihm nicht helfen kann? Da kennt er mich schlecht. Mir war noch nie im Leben etwas so ernst. Weil er mich nicht damit belasten will? Unwissenheit in Verbindung mit Ohnmacht ist das schlimmste.

Was würde mit mir passieren, wenn ich das alles nicht mehr verhindern kann? Ich glaube, ich würde in ein Loch fallen, so tief, dass alle Hoffnung für mich vergebens wäre. Und in letzter Konsequenz - würde ich ihm nacheifern? Das klingt so dahingesagt, nur halb ernst gemeint. Und dennoch kann ich diese Möglichkeit nicht ausschließen. Ich will das alles nicht! Und ich werde kämpfen! Kämpf mit mir, oder falle mit mir zusammen!

20.6.07 10:42


Verzweiflung

Was tut der Mensch nicht alles in der Verzweiflung? Klammert sich sogar an den letzten Strohhalm. Heute morgen, eigentlich hätte ich in der Bibliothek sitzen müssen. Aber ich hatte keinen Geist. Gestern schon stolperte ich bei der Recherche ständig über Literaturmeinungen über die rechtliche Behandlung von Selbstmord oder die Beihilfe dazu.

So hab ich voher noch einen weiteren Spaziergang gemacht, dieses Mal durch die Innenstadt, die frühs um halb acht noch wie leergefegt ist. Mein Leben ging mir wieder durch den Kopf. Hab den Händlern beim Anliefern der Ware zugeschaut. Ein paar Minuten wie ein klassischer Rentner auf einer Bank am Marktplatz gesessen und Tauben beobachtet, die in der Frühe noch in Ruhe den Boden nach Essbarem absuchen können, ohne Gefahr zu laufen, von rastlosen Passanten zertrampelt zu werden.

Und als ich mich so auf den Weg Richtung Uni mache, sehe ich vor mir etwas weit in den Himmel aufragen. In der Nähe krächzt eine Krähe, so als wollte sie mich auf das Offensichtliche aufmerksam machen. Ich stand vor dem Dom. Ich bin nicht wirklich religiös, aber dieses Bauwerk hatte plötzlich meine Aufmerksamkeit. Mitten in dem beginnenden Trubel des allmorgendlichen Treibens der Innenstadt stand es ganz ruhig da, umringt von zahlreichen Häusern modernerer Bauart. Ließ sich nicht verdrängen. Überragte sie alle.

Ich trat ein, schaute mich kurz um. Ich weiß gar nicht, wie lange es her ist, seit ich das letzte Mal im Dom war. Mag sich vielleicht wie ein Klischee anhören, aber als ich eintrat, konnte ich ganz leise in der Ferne einen Chor singen hören. Wie von einer Woge wurde der Gesang an mein Ohr getragen, verhallte in dem riesigen Gewölbe. Gut möglich, dass es einfach von CD kam, um für Touristen mehr unbewusst den erhabenen Eindruck dieses Gebäudes zu verstärken. Ich setzte mich recht weit hinten in eine Bank, war beinah allein in der Kirche. Nur ganz vorne saß noch eine Frau. Und war alleine mit meinen Gedanken. Irgendwas in mir ist passiert, denn plötzlich war ich den Tränen nahe. Ich kniete mich. Und betete.... nicht für mich. Ich muss mein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Zwei andere Personen haben es im Moment viel nötiger, in meine Gebete eingeschlossen zu werden. Habe ich doch im Vergleich zu ihnen wirklich keinen Grund, mich zu beschweren. Betete, dass sie gerettet werden. War in meinen Gedanken bei ihnen...

Wieder draußen, schlug ich noch einen kleinen Umweg ein, wollte nicht direkt in die Uni. So lief ich um den Dom herum. Und auf dem Platz hinter dem Dom fiel mir etwas ins Auge. Etwas, das mir vorher noch nie aufgefallen war. Mitten auf dem Platz sitzt eine Figur, ich denke, gusseisern. Sitzt auf der kleinen Treppe. Sie ist gefesselt, sieht aus, wie in einer mittelalterlichen Zwangsjacke. Handschellen an Händen und Füßen. Ihr Gesicht nach oben gen Dom gerichtet, das Gesicht angstverzerrt, die Augen voller Leid; sie fleht um Erlösung, fleht darum, von den Fesseln, die sie hier halten, befreit zu werden. Hat beinahe schon etwas surreales, wie sie einfach so dasitzt, mitten auf dem Platz. Die Leute gehen links und rechts vorbei, beachten sie gar nicht. Übersehen sie einfach. Und ich nehme mich davon gar nicht aus, bis heute hab ich sie nie bemerkt, obwohl sie doch nicht zu übersehen ist. Unheimliche Figur...

19.6.07 12:09


Graue Welt

Wie ich es befürchtet habe, wieder eine grauenvolle Nacht. Stunde um Stunde verging, bis ich endlich eingeschlafen war. Unruhig wälze ich mich im Bett umher. Wache kurz später wieder auf. Wann hab ich das letzte Mal durchgeschlafen? Ich weiß es nicht mehr. Heute mittag muss ich endlich anfangen, zu arbeiten, sonst kann ich das ganze Semester vergessen, und alles war für die Katz. Doch zuvor werde ich mit etwas anderem beginnen. Ich werde ihm ein Lied schreiben. Mein ganzes Herzblut da reinstecken. Werde versuchen, auf diese Weise, die einzige, in der ich geübt bin, Hoffnung zu geben.

Heute morgen der obligatorische Gang zum Arzt. Die Sonne scheint, und doch kann ich mich nicht darüber freuen. Die Welt, sie verblasst für mich. Die Farben der Natur, einstmals satt und leuchtend, sie alle wirken schwach, so als könnten sie nicht mehr die Kraft aufbringen, sich mir in ihrer vollen Pracht zu zeigen. Farben, hm? Nichts als Illusion. Sie existieren eigentlich gar nicht. Sind Farben doch nur die Interpretation verschiedener Wellenlängen des Lichts durch das Gehirn. Eine farbige Welt, sie ist eine Scheinwelt. Verwundert es da, dass ein depressiver Geist Farben nicht mehr erkennen kann? Fluch dem Tag und seiner Macht! Die Illusion von Farben, ich lasse mich davon nicht mehr täuschen. Sehe hinter den Schleier. Und verzweifle...

 

18.6.07 10:33


Nachtruhe

So viele Gedanken schwirren mir durch den Kopf. Kann schon gar nicht mehr klar denken. In letzter Zeit schlafe ich sehr schlecht, liege nachts oft wach. Zu viel lastet mir auf der Seele. Und wenn ich dann doch mal schlafe, plagen mich Albträume. Der alte Albtraum auf dem Flur, auch er begleitet mich noch. Aber andere kommen dazu. Ich sehe mich sterben. Sehe liebe Menschen sterben. Und wache jedes Mal schweißgebadet auf, kann nicht mehr einschlafen. Zähle die Sekunden bis zum Morgen.

Der Abgabetermin für die Hausarbeit rückt immer näher. Und so wirklich angefangen hab ich immer noch nicht. Meine Sehnsucht bleibt nach wie vor unerfüllt. Auch hierfür habe ich nur noch eine Woche. Eine Woche, um mein Versprechen einzulösen. Und meinem Freund geht es auch dreckig. Ich mach mir solche Sorgen. Sein letzter Blogeintrag... ich muss ihm helfen. Mein Versagen könnte ich mir nie verzeihen. Würde ich ihm folgen?

Neue Woche, neues Glück. Und die Möglichkeit, Dinge zu verändern. Doch bis dahin liegt noch eine letzte Hürde vor mir; ich hab Angst vor heute Nacht...

17.6.07 17:44


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung