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Unendlichkeit

Du schwebst. Schwerelos. Um dich herum Leere. Myriaden von Sternen in allen Richtungen, einige nah, die meisten so fern. Planeten, bunte Farben. Galaxien türmen sich über dir auf. Der Raumanzug bietet dir einen gewissen Schutz. Und dennoch weißt du ganz genau, worauf alles letztendlich hinausläuft. Ein blöder Unfall auf der Station. Du wurdest rausgesogen. Aus den Händen deiner Liebsten gerissen.

Jetzt treibst du schwerelos durch das All. Du machst dir nichts vor. Es gibt keinen Ausweg, nichts, was dich jetzt retten könnte. Der Tod, er ist unausweichlich. Noch ein paar Minuten, bis du keine Luft mehr in den Tanks hast. In der Ferne siehst du die Station. Der sichere Hafen, dem du durch die Gewalt der Natur entrissen wurdest. Am Fenster... jene, die das Zentrum des Universums ist. Hier mitten im Nirgendwo. Sie weint. Und dennoch spendet dir der Anblick Trost. Sie sieht das vielleicht anders. Aber gut, dass nur du alleine hier draußen bist, alleine auf das Ende wartest... ein Leben gerettet...

Um dich herum... ein überwältigender Anblick. So viel Leere. Aber die wenigen, die vielen kleinen Lichter dazwischen durchschneiden die Dunkelheit. Majestätische Unendlichkeit. Dir kommen die Tränen. Wenn schon sterben, dann mit solch einem einzigartigen Panorama. Etwas, das nur wenigen Menschen vergönnt ist, sehen zu dürfen. Du fühlst, wie die Luft dünner wird. Weißt, dass das Ende naht. Du möchtest einfach nur noch heulen, denkst dir aber, das würde nur noch mehr Luft verbrauchen; die Luft, die du so dringend zum Atmen brauchst. Und plötzlich denkst du dir: kommt es darauf wirklich noch an? Und du weinst...

Deine Lungen beginnen langsam zu schmerzen. Es ist soweit. Du hast dich mittlerweile sehr weit von der Station entfernt. Ist auch besser so. Sie soll es nicht mit ansehen müssen. Ein paar Kometen bahnen sich in der Nähe ihren Weg. Galaxien erlöschen, neue Welten entstehen. Und mittendrin bist du, ein Nichts in der Unendlichkeit. Das Universum wird weiterbestehen, ob mit oder ohne dich. Du kommst dir plötzlich so klein vor. Und es gibt dir Trost.

Du schnappst nach Luft. Aber es ist nichts mehr da, was dir Leben spendet. Du versuchst, die Luft anzuhalten. Ein letzter Blick in die Ferne, auf die Milliarden von Sternen... deine Sicht verschwimmt. Und die Sterne interessieren dich plötzlich nicht mehr. Dein Blick schweift in Richtung Station. Ganz klein kannst du sie schemenhaft ausmachen. So nah, und doch so fern. Kämpfen hat keinen Sinn mehr. Du gibst auf. Lässt die letzte Luft aus deinen Lungen entfliehen. Ihr Gesicht... Du nimmst diesen Anblick mit ins Ende. Du schließt die Augen, eine letzte Träne entweicht. Der Tod hat nichts ehrenvolles, nichts romantisches. Er ist einfach erbärmlich. Hier bist du nun also angekommen, am Ende aller Dinge. Ein letztes Röcheln, und deine Welt wird schwarz. Und du hoffst, dass du aufwachst...

16.7.07 11:15
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Loreén / Website (16.7.07 20:17)
Hey Marc,

Ein sehr trauriger Traum den du da hattest ... Zwar auch sehr emotional, dennoch zu Tränen zwingend. Lass dir eines gesagt sein ... gib nicht auf, kämpfe, denn ohne dich würde mein Leben keinen Sinn mehr machen ...

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